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5. 5. bis 12. 5. 2007, Skipper: Walter Seidenader
SY "Ninamaria", Bavaria 50, Bj. 1999, Motor Volvo 78 PS, 19,08 BT, LüA 15,43m, Breite 4,55m, Segelfläche 119 m2, Verdrängung 13t, von Ecker Yachting
Crew: Walter Sikl, Andreas Graf, Roland Sikl, Peter Zana, Walter Hicker, Michael (Mischa) Eheim, Andreas Kocher


Eine kleine Übersicht von unserem Segeltörn 2007. Alle Informationen sind rein aus unserer Sicht und stellen keine offizielle Information dar!

Samstag, 5. 5.: Anreise mit Pagasus Airlines, Flug Nr. PGT 940 von Wien (Treffpunkt CheckIn 08:00h) nach Dalaman in die Türkei. Wir starteten in Wien pünktlich um 10:15h und landeten um 13:40h in Dalaman (Ortszeit). Am Ausgang wurden wir bereits vom Transferbus erwartet und waren nach rd. 20 Minuten in der Marina Göcek. Nach der Anmeldung im Marina Office erfolgte der schnelle und problemlose Check In (wie immer bei Ecker). Die Bavaria 50 war in einem sehr guten Zustand und TOP ausgestattet. Neben den üblichen Standards war auch ein Wetterfax an Bord. Das Stützpunktpersonal war sehr freundlich, kompetent und hilfsbereit. Nachdem unser Gepäck am Schiff verstaut war, machte sich ein Teil der Crew sofort auf den Weg, unsere benötigten Vorräte einzukaufen und aufs Schiff zu bringen. Der Rest der Crew machte es sich in der Zwischenzeit auf der Terrasse des Marina Restaurants gemütlich, da wir nicht mehr vorhatten, am Freitag auszulaufen.
Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, verbrachte die gesamte Crew einen gemütlichen Abend bei Speis und Trank im Marina Restaurant.

Standort Port Göcek: 46 44,9' N 028 56,6' E

Sonntag, 6. 5.: Geplant wollten wir um 06:00h in Göcek auslaufen. Nachdem es aber für einige Crewmitglieder eine kurze Nacht war, hatten wir den Plan sehr rasch auf 07:00h geändert – aber auch das schafften wir nicht. Nein, wir waren nicht zu müde, sondern stellten noch einen technischen Defekt in der Süßwasserversorgung fest. Die Pumpen liefen auch ohne Wasserverbrauch. Nachdem Skipper Walter den Fehler gefunden hatte und mit Unterstützung von Andi Graf das Problem lösen wollte, stellten wir nach einiger Zeit fest, dass wir dazu die Unterstützung der Profis vom Stützpunkt benötigen. Nach einiger Zeit wurden die fehlerhaften Teile getauscht und wir konnten um 09:15h Göcek verlassen und nahmen Kurs Richtung Kastellorizon (griechische Insel). Für diesen Tag war der längste Schlag geplant und Skipper Walter hatte bereits Befürchtungen, das Ziel möglicherweise nicht zu erreichen. Das Wetter war sonnig und windstill bei 27° Lufttemperatur. Eine umfangreiche Sicherheitseinweisung wurde nach dem Ablegemanöver durchgeführt. Nach rd. 1 Stunde konnten wir bereits die Segel setzen, da eine leichte Brise mit rd. 10 Knoten Wind aufkam. Um 12:00h war der Wind wieder eingeschlafen und wir mussten die Segel bergen und den Motor starten. Obwohl unsere Zeit knapp war, legten wir trotzdem eine Badepause von 15:00h bis 15:30h bei den beginnenden Sanddünen (36° 19,2' N 029° 16,6' E) ein. Ohne Wind und mit Motor ging es weiter nach Kastellorizon wo wir um 19:00h längsseits bei Lazerus festmachten. Ein wunderbarer Ort (östlichste, griechische Insel), in einem geschützten Naturhafen. Hübsche pastellfarbene Häuser säumen die Kais.
Einige Ouzos später testete Roland auch noch die Seewassertauglichkeit unseres Außenborders. Der Test wurde erfolgreich abgeschlossen, Motor gerettet, mit Süßwasser gespült und er lief die restlichen Tage ohne Probleme. Wie immer, war das Ambiente bei Lazerus sehr schön, die Preise hoch wie immer, nur die Qualität war dieses Mal sehr enttäuschend. In dieser Woche war es mit Sicherheit der kulinarische Tiefpunkt.

Tagesetappe: 54,6 sm Standort Megisti/Kastellorizon: 36 09,4' N 029 35,6' E

Montag, 7. 5.: Leinen los um 10:00h. Mischa fuhr ein perfektes Ablegemanöver und nahm Kurs Richtung Kekova. Auch an diesem Tag war es beinahe windstill und so fuhren wir wieder unter Motor. Heute war nur ein kurzer Schlag von rd. 16 sm geplant und so hatten wir uns entschlossen, eine längere Badepause in der wunderschönen Gökkaya Bucht einzulegen. Nachdem wir genug Zeit hatten, das Wetter sonnig und heiß war - bei 28° und windstill, legten wir bereits um 11:15h, quer ab von der Insel Strongyli (36° 05,6' N 029° 38,8' E), einen Badestopp ein. Nach rd. 45 Minuten ging es unter Motor, vorbei an der Insel Kekova, Richtung Badebucht.

Um 14:45h gingen wir vor Buganker. Der Grund bestand hier überall aus Schlick und hielt hervorragend – dieser Platz wäre auch für eine Übernachtung geeignet gewesen. Bis 17:00h verbrachten wir hier eine ruhige und entspannende Badepause. Einige Crewmitglieder benutzen auch unser Beiboot und erkundeten einige Höhlen. Am Ende der Pause kam es leider noch zu einer Verletzung, da Kocher Andi im Beiboot ausrutsche und sich beim Halteversuch einen Fingernagel fast komplett aus dem Nagelbett gerissen hat. Skipper Walter konnte seine Sanitäterausbildung im „Echtbetrieb“ wieder auffrischen und kümmerte sich um die medizinische Versorgung. Auch der Patient war nach der Desinfektion, dem Verband und einer Dose Efes wieder auf den Beinen. Um 17:00h verließen wird die Bucht unter Motor und nahmen Kurs auf Kale um danach die Einfahrt zur Lagune in der Lagune, Ücagiz (Tristomon), zu nehmen. Es handelte sich dabei um den ausgefallensten und absolut sichersten Platz wo auch Hassan, „der beste Koch vom Mittelmeer“, das Restaurant mit seiner Frau Vesile betreibt. Um 18:00h hatten wir längsseits am Steg vom Restaurant festgemacht. Alle Restaurantbetreiber versuchten bei der Einfahrt ihr Bestes zu geben, schwangen verschiedene Fahnen, winkten, riefen und versuchten auf Kanal 16 unser Schiff über Funk zu erreichen. Unser Skipper war aber bereits vor einigen Jahren bei Hassan und somit war auch klar, wo wir unseren Abend verbrachten. Hassan war direkt am Steg und half uns beim Anlegemanöver. Anschlüsse für Wasser und Strom waren kostenlos vorhanden.
Hassan lebt seit 25 Jahren hier und bemüht sich zusammen mit seiner Frau um die Segler. Was ihn fast schon zur Legende gemacht hat. Praktisch jeder kompetente Reiseführer empfiehlt, bei Hassan anzulegen. Als einziger wird Hassan, und nicht seine Konkurrenten, im Schrifttum genannt, wie Hassan mit sichtlichem Stolz bemerkt.
In der Werbung sind ja Übertreibungen üblich, aber Hassans Anpreisung kommt der Wahrheit schon sehr nahe. "Hassans Spezial", eine Eigenkreation mit köstlichem, weil garantiert am gleichen Tag gefangen, Zackenbarsch gehört zu den besten Meeres-Fischgerichten. Und die Preise? In Österreich würde es kaum für Mc Donalds reichen.
Dieses Essen war der absolute kulinarische Höhepunkt unserer Woche.

Tagesetappe: 27,3 sm Standort Ücagiz (Tristomon): 36 11,8' N 029 51,0' E

Dienstag, 8. 5.: Nach einem ausgiebigen Frühstück bei Hassan hieß es um 10:00h „Leinen los“ und verließen die Bucht unter Motor. Der angekündigte Wetterumschwung ist eingetreten und so mussten wir die Badehose mit Pullover und Jacke tauschen. Es war bewölkt, die Sonne nur selten zu sehen und Windstärke 4-5 genau auf die Schnauze. Nachdem wir die Karakol Inseln passiert hatten, setzten wir die Segeln. Die nächsten Stunden kreuzten wir Richtung Kalkan.
Dabei hatten wir auch versucht, die Etappe zu reduzieren und eventuell in der Bucht auf Georgios (griechische Insel) zu Ankern. Nach Einfahrt in die Bucht mussten wir aber feststellen, dass wir dort keinen Schutz hatten und es somit eine sehr ungemütliche Nacht werden würde. Ohne lange nachzudenken, sind wir sofort weiter Richtung Kalkan und haben unser Ziel um 20:00h erreicht. Vor Buganker lagen wir in der geschützten und ruhigen Bucht Yesilköy Limani, 2 sm WSW-lich vom Hafen Kalkan. Den Hafen wollten wir nicht mehr ansteuern, da es schon spät und dunkel wurde und es im Hafen nur wenig Platz gibt. Bei gutem Essen von Mischa und Peter wurde es noch ein schöner und gemütlicher Abend. Der Anker hielt gut auf ca. 10m über Sandgrund und genug Platz zum Schwojen. Es war eine ruhige und sichere Nacht – lt. Revierführer liegt man auch bei 7 Bft Wind sehr sicher – und wir hatten nur mehr 2-3 Bft.

Tagesetappe: 48,5 sm Standort Yesilköy Limani: 36 15,4' N 029 22,2' E

Mittwoch, 9. 5.: Das Wetter war noch sehr unbeständig. Wolken, Regen und wenig Sonne waren auch an diesem Tag zu erwarten. Dadurch wurde das ursprüngliche Ziel – die Gemiler Bucht – nicht angesteuert. Unter diesen Umständen war eine unruhige Nacht zu erwarten, da der Wind auch in der Nach nur wenig abflaute. Um 07:50h verließen wir die Bucht und nahmen Kurs auf Fethiye. Zwischen durch wurden auch immer wieder die Segel gesetzt – der Wind wurde aber immer weniger und machte sich erst wieder am Abend stärker bemerkbar. Auch die See hatte sich wieder beruhigt und so war es ein gemütlicher Schlag zu unserem Ziel. Die Temperatur erreichte an diesem Tag einen Höchststand von 24° und wir waren froh über Pullover und Jacke. Um 16:30h machten wir in der neuen Marina Fethiye fest. Es war eine sehr schöne und große Marina wo es viele freie Liegeplätze gab. Beim Einlaufen kam uns sofort ein Boot mit einem Marinemitarbeiter entgegen, der uns den Platz zuwies und das Anlegemanöver mit seinem Boot unterstütze. Der Ablauf war absolut unbürokratisch – das Marinaoffice wollte nicht einmal die Schiffspapiere. Es war ein sehr eleganter Yachthafen und von einem gepflegten Garten mit Cafes und Restaurants umgeben. Auch die sanitären Einrichtungen waren auf den neuesten Stand und sehr sauber.
Ein ausgezeichnetes Abendessen nahmen wir in der Stadt ein wo wir auch den gesamten nächsten Tag verbrachten, da das Wetter auch am nächsten Tag nicht besonders einladend war. So konnten wir die Zeit nutzen, Fethiye etwas näher kennen zu lernen und verbrachten unsere Zeit am Fisch- und Gemüsemarkt, in Lokalen, rauchten Wasserpfeife und genehmigten uns am Abend ein türkisches Bad.

Tagesetappe: 51,0 sm Standort ECE Marina Fethiye: 36 37,9' N 029 06,2' E

Freitag, 11. 5.: Der Tag für Langschläfer! Erst um 10:00h Leinen los und zur Tankstelle, die direkt im Marinagelände ist. Der Tank wurde mit 107 Liter Diesel wieder aufgefüllt und danach nahmen wir Kurs auf Göcek. Da der Heimathafen nur rd. 12 sm entfernt war, nützten wir die Zeit, um noch eine Insel für eine Badepause anzusteuern. Wir entschieden uns für die Bucht auf der Insel Tersane (36° 40,7' N 028° 54,7' E). Auch Wind kam wieder auf mit bis zu 3 Bft. Wir setzten die Segel und mussten den Motor erst kurz vor der Bucht starten. Tersane hat einen schönen und geschützten Naturhafen an der NW Seite. Am Strand wachsen Johannisbrotbäume, Granatäpfel, Oliven und vereinzelt Palmen. Bauernhäuser stehen neben Ruinen, die wahrscheinlich aus byzantischer Zeit stammen. Über lange Zeit konnten wir auch ein Segelschiff beim Ankermanöver beobachten. Auch nach über 3 Stunden war das Manöver noch nicht abgeschlossen. Der Skipper war aber sehr hartnäckig und versuchte immer wieder dieselbe Stelle. Die Vollendung des Manövers konnten wir nicht mehr verfolgen, da wir um 16:00h die Bucht verließen und direkt die Marina Göcek ansteuerten.

Um 17:00h erreichten wir die Marina in Göcek (Port Göcek). Unser Eintreffen kündigten wir rechtzeitig per Funk an, damit das Marinapersonal uns bei der Mooring hilft. In dieser Marina – wie sehr häufig in der Türkei – ist die Unterstützung notwendig, da ein spezielles Mooringsystem verwendet wird. In der Mooring befindet sich unter Wasser ein Auge, wo der Marina Mitarbeiter den Festmacher durchzieht und auf das Schiff zurück gibt. Der Vorteil liegt darin, dass die Schiffe durch die Mooring nicht verschutzt, bzw. nicht beschädigt werden. Das Manöver war perfekt, obwohl die Vorraussetzungen schwierig waren (sehr wenig Platz, großes Schiff, 2 Bft Wind). Damit ging auch eine wunderbare Woche zu Ende. Der Check Out war rasch und problemlos, die Rückflüge waren bestätigt und auch das Transferservice funktionierte am nächsten Tag perfekt.
Der Rückflug war am Samstag um 08:45h mit Austrian (Flug Nr. OS 9466) und wir landeten pünktlich in Wien um 10:20h.

Tagesetappe: 17,4 sm Standort Port Göcek: 46 44,9' N 028 56,6' E

Es war eine tolle Woche mit einer Supercrew bei mäßigem Segelwetter!

Gesamt: 198,8 sm
Motorstunden: 28